
Amidala zieht ein
Die Entscheidung für einen Mittelspitzwelpen ist also gefalleN
Meine Freundin Katja versorgt mich auch fleißig mit Bildern von den Welpen. Noch sehen sie aus, wie kleine Hamster, die Augen geschlossen, dass die Ohren einmal spitztüpische Stehohren werden wollen, lässt sich nur schwer erahnen, aber ja hat auch was, so ein Wesen in der Entwicklung zum knuddeligen Welpen. Noch besteht das leben dieser winzigen „Möchtegernhunde“ nur aus schlafen und Milchbar. Nach ca. zwei Wochen öffnen sich dann die Augen - na und jetzt ratet mal, wer als erstes neugierig in die Welt schaut, die derzeit nur aus Wurfbox und Mama besteht, -richtig Amidala, war ja sowas von klar….
Mit vier Wochen ist dann so die Zeit, wo man seinem geliebten Hundekind den ersten Besuch abstatten kann. Die Aufregung steigt ins unermessliche, ich bin da keine Ausnahme, obwohl das schon mein 5. Welpe ist, aber es ja jedesmal anders, irgendwie und überhaupt. Nicht nur Katja setzt große Erwartungen in diesen Welpen, ich auch. Soll sie doch in meiner Hundeschule mithelfen und den irgendwann den weiblichen Part in meinem Hunderudel übernehmen. Aber davon weiß Amidala noch nichts-zum Glück. Sie schlummert friedlich meinem ersten Besuch entgegen, nichtsahnend welche hohen Erwartungen auf ihr ruhen. Und dann ist es endlich soweit, ich darf Amidala zum ersten mal auf den Arm nehmen. Wenn ihr jetzt denkt, ich hätte den falschen Welpen erwischt-Fehlanzeige! Habe sie sofort erkannt. Diesmal will ich von Anfang an alles richtig machen und erinnere mich auch brav daran auszuatmen wenn ich den Welpen hochnehme. Dieses Ritual habe ich meinen Hundeeltern unzählige Male immer und immer wieder gepredigt, da werde ich doch nicht den Fehler machen und vor lauter Begeisterung dieses „aaaach wiiiie süüüüüüs“ mit tief einatmen und Luft anhalten zelebrieren, neeee! Ich atme also langsam und entspannt aus und signalisiere diesem winzigen Wesen damit, dass ich total entspannt bin und es bei mir absolut nicht gruselig ist. Amidala fühlt sich auch gleich ganz wohl, gähnt genüsslich und pennt weiter-fast wie bei Sykes denke ich mir. Wenn das eine ähnliche Erfolgsgeschichte wird, dann habe ich demnächst einen weiteren „Schatten“. Prima!
Ich besuche Amidala natürlich so oft es möglich ist und tatsächlich erinnert sie sich an mich und ich werde auch jedesmal stürmisch und freudig begrüßt- na wer sagt´s denn, das wird ne ganz große Nummer mit uns beiden.
Für den Einzug haben wir den 18. Januar gewählt, die Mama hat so langsam die Nase voll von dem nervigen Nachwuchs, der Nachwuchs bringt sich gegenseitig nur Blödsinn bei und belastet die angeschlagenen Nerven der anderen Hundetanten sehr stark.
Also ab in ein neues Abenteuer! Amidala ist jetzt 8 Wochen jung und irgendwie macht sie auch den Eindruck, als würde sie gerne zu neuen Horizonten aufbrechen. Ich fahre also mit der Katzenbox bewaffnet los um unser neues Familienmitglied abzuholen. Wir haben verabredet das Ganze so unspäktakulär wie möglich durchzuführen und im Nu habe ich einen neuen Beifahrer, der mich mit großen Augen ansieht-Autofahren gefällt ihr schonmal. Wenn du wüsstest, was dich erwartet: eine Gouvernante, der du erstmal so gar nichts recht machen kannst, ein etwas unbeholfener Collie, dem du vermutlich unheimlich sein wirst und Sykes, dem einzigen Vernünftigen in dieser Chaoten-Truppe - das wird lustig!
Aber zum Glück sind alle doch ganz nette Zeitgenossen und wenn der Zwerg erstmal dazugehört, läuft alles seinen Gang.
Angekommen im heimischen Garten stelle ich die Box erstmal auf die Terrasse und öffne die Tür. Ein ziemlich selbstbewusstes Spitzmädchen läuft zielsicher und so gar nicht ängstlich auf den Rasen um sich erstmal zu erleichtern. Mit großen Augen und neugierig wird erstmal das neue Umfeld begutachtet. Zum Glück bleibt sie in meiner Nähe und ich beschließe Sykes unser neues Familienmitglied vorzustellen, vom Geruch müsste er sie eigentlich erkennen und tatsächlich, als er dazukommt ist sie definitiv nicht unbekannt. Aber der Blick…..okay Sykes, es tut mir echt leid, aber da musst du jetzt durch-basta, die bleibt! Nachdem Sykes sie ausgiebig von oben bis unten abgeschnüffelt hat und das Hundekind alles brav über sich ergehen lässt, wird erstmal ausgetestet wofür das Flauschding noch so gut ist…spielen ist schon mal ein guter Anfang. Das Flauschding lässt sich das natürlich nicht zweimal sagen und patscht noch etwas tollpatschig nach dem großen Onkel, der zwar anfangs kritisch, aber beim nähren betrachten doch ganz okay ist.
Inzwischen wird der Collie im Haus unruhig und stimmt Klagelieder an wegen der „ach so unfairen Behandlung „…..
Also beschließe ich ihn auch dazuzuholen, der Welpe bekommt sonst ein Trauma von diesen „Gesängen“. Vorsichtshalber sichere ich sie mit einer Schleppleine, könnte ja sein, dass sie unseren Gesangsmeister zum fürchten findet.
Meine Vermutung, dass mein „Soft-Collie“ das Flauschding zum fürchten findet bewahrheitet sich. Deutlich erschrocken stehen sich die beiden gegenüber, der Collie weil er gar so kleine Wesen einfach unheimlich findet und Amidala, weil sie noch nie so einen großen Fellbatzen gesehen hat, der auch noch so merkwürdige Töne von sich gibt. Tja, die schönsten Gesänge im Tierreich stammen doch nicht von den Walen…
Der Schreck kann sich nicht lange halten, schon bald stellt Amidala fest, dass der komische Fellbatzen wegspringt, wenn man auf ihn zuspringt-tolles Spiel!
Sykes greift seinem Kumpel natürlich unter die Arme-äh Pfoten und zeigt, dass das Flauschding eigentlich ganz harmlos ist.
Irgendwann lässt sich Murphy überzeugen und hält vorsichtig die Nase in Richtung Amidala-okay doch nicht gruselig! Darauf erstmal ein Beller-doch gruselig findet Amidala und verkriecht sich hinter mich. Ich beschließe die Familienzusammenführung in das Haus zu verlegen. Ist ja auch ziemlich kalt. Drinnen geht die Erkundung weiter und man kommt sich näher-auch mit der Gouvernante, die mir einen ähnlichen Blick zuwirft wie Sykes einige Minuten zuvor. Ja, ich entschuldige mich in aller Form für diese unnötige Ruhestörung….aber immerhin ist das hier kein Sanatorium und Amidala bleibt-basta
Nachdem alles so aufregend war, erstmal ein Nickerchen. Amidala darf in den neu errichteten Welpenknast, der selbstverständlich weich ausgepolstert und mit entsprechendem Spielzeug bestückt seit einigen Tagen auf seinen neuen Bewohner wartet. Dem Collie dämmert jetzt auch endlich, wozu dieses Ding gut ist und auf einmal macht auch für ihn alles einen Sinn.
Familienzusammenführung erfolgreich abgeschlossen!
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